Als Mini-Trail wird ein formalisiertes Verfahren zur Konfliktlösung bezeichnet, bei dem die Parteien bzw. die Parteivertreter vor einem Gremium aus entscheidungsbefugten hochrangigen Vertretern der Parteien, die bisher nicht in die Verhandlungen eingebunden waren und eine gewisse Distanz zum Konflikt haben, die Gelegenheit erhalten, sich ausführlich zur Sach- und Rechtslage zu äußern. Dieses Gremium kann durch einen Dritten moderiert werden, der u.U. die Befugnis zur Unterbreitung eigener Lösungsvorschläge erhält. Die Lösung wird den Vertretern der Parteien überantwortet, die hauptsächlich die jeweiligen geschäftlichen Zukunftsinteressen vor Augen haben. Mit diesem Verfahren soll die Konfliktblindheit der direkt Beteiligten überwunden und die Entscheidung nicht einem gerichtsbezogenen Verfahren überlassen werden. Ziel ist es, in Kenntnis auch des Rechts zu einer interessengeleiteten Entscheidung zu kommen.[1]
[1] Mähler/Mähler in Beck’sches Rechtsanwalts-Handbuch (2004), Abschn. B 5. Rn. 12.





