Verfasst von: Christoph Stroyer | April 10, 2007

DGM-Newsletter über Weblogs (print v online)

Weblogs sind die neuen Kommunikationsformen im Internet und werden für alle möglichen Anwendungsgebiete nutzbar gemacht. So ist es auch kein Wunder, dass langsam aber stetig auch in der deutschen Mediationsszene Weblogs wachsende Verbreitung finden. Eingängig hat dies der geschätzte Kollege und Blogger Marcus Brinkmann in seinem Beitrag zum DGM-Newsletter Nr. 1/2007 beschrieben. An seinem Newsletter-Beitrag lassen sich wunderbar die Unterschiede zwischen den herkömmlichen Kommunikationsformen und den Weblogs aufzeigen.

Aktualität

Der Newsletterbeitrag wurde mit Sicherheit zu einem Zeitpunkt fertig gestellt, der etwas vor der Veröffentlichung lag. Somit konnten neuere Entwicklungen in der ADR-Blogosphere nicht berücksichtigt werden.

Verlinkung

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Vernetzung und Verlinkung. Die Leser des Beitrags müssen erst ins Internet gehen, um den zahlreichen Beispielen und Hinweisen des Autors zu folgen (vielen Dank an dieser Stelle für die Erwähnung meines Blogs!). In der Regel ist eine Übertragung des geschriebenen Wortes mittels Suchmaschine notwendig (herzlichen Dank an die Leser, die diese Mühe auf sich genommen, meinen Text hier gefunden und bis hierher gelesen haben).

Interaktion

Ein nächster Punkt ist die Interaktion mit den Lesern. Geht es Ihnen nicht auch so, dass Sie an vielen Stellen eines Beitrages anmerken möchten “Richtig” oder “Genau” und vielleicht an einigen Stellen “Aber” oder “Naja”? Bei einem Weblog können bzw. sollen Sie genau diese Anmerkungen dem Autor entgegenhalten (bitte üben Sie keine Zurückhaltung bei der Kommentarfunktion am Ende dieses Beitrags, Spam natürlich ausgenommen!). Wieviele (juristische) Aufsätze sind geschrieben worden, nur um die Meinung eines anderen nicht unkommentiert oder unwidersprochen zu lassen (und wie viele mehr, nur um der Meinung zuzustimmen)? Ein einfacher Kommentar auf einem Weblog genügt. Wenn Sie mehr zu sagen haben, schreiben Sie einfach einen eigenen Beitrag auf Ihrem Weblog und setzen Sie einen Trackback (Querverweis) zu dem Beitrag, den Sie kommentieren wollen.

Verbreitung

Verbreitung ist das nächste Stichwort: Der DGM-Newsletter kommt per Snail-Mail (Postweg) ins Haus oder kann als PDF-Dokument auf den Seiten der DGM heruntergeladen werden. Damit ist oftmals das Ende der Verwertungskette erreicht (abgesehen von der Recycling-Tonne). In seltenen Fällen werden Artikel per Post oder Fax weitergeleitet. Mitunter kommt es zwar vor, dass ich Kollegen oder Klienten über News aus dem Newsletter mittels kurzer E-Mail informiere. Nur steht der Arbeitsaufwand bei einzelnen Artikeln in keinem Verhältnis. Ein Blogbeitrag dagegen ist überall verfügbar und online abrufbar. Er kann bequem per E-Mail oder RSS-Feed abonniert werden und wird frei Haus geliefert. E-Mails oder Feeds können mit kurzen Anmerkungen versehen und an Kollegen, Klienten oder Freunde weitergeleitet werden.

Klimaschutz

Und schließlich noch kurz eine Anmerkung zum Stichwort Klimawandel: Für den Newsletter wurden 28 Seiten Papier pro Ausgabe verbraucht. Weblogs sparen Papier und schützen Bäume!

Print v Online

Ok, jetzt werden einige einwenden, dass ihnen bei Weblogs das haptische Vergnügen beim Umblättern der grauen und rauen Seiten des Newsletters fehlen würde. Nicht zu vergessen den olfaktorischen Genuss beim Einatmen der frischen Druckerschwärze. Außerdem kann man das Weblog nicht überall mit hin nehmen. Gut, ok. Ähnliche Argumente wurden schon einmal vernommen, als Diktiergeräte die Kunst der Stenographie aus dem Büros vertrieb. Nur reicht dies als Argument gegen Weblogs?

TOP 10 des Protokolls der Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für Mediation vom 3.11.2006 in Hagen (üblicherweise hätte ich genau die Fundstelle verlinkt, Sie müssen jetzt mit einem Hinweis auf das PDF-Dokument vorlieb nehmen und die Stelle auf Seite 26 des DGM-Newsletters bitte selber nachschlagen) lässt der weiteren Entwicklung des Newsletters gespannt entgegensehen. Sollte das angedeutete Vorhaben Wirklichkeit werden, so ist und bleibt die Printpublikation gerechtfertigt. Sollte es bei der jetzigen Form bleiben, so wäre meiner unmaßgeblichen Meinung nach die Einrichtung eines Weblogs eine Überlegung wert.


Antworten

  1. [...] by Christoph Stroyer under Umfrage , Zukunft , ADR , Mediation , Technik  Im Nachgang zum Beitrag über Weblogs sein noch auf folgendes hingewiesen: In wenigen Jahren werden Blogs die statischen Webauftritte [...]

  2. [...] Beiträge:DGM-Newsletter über Weblogs (print v online)Weblog als Kommunikationstool zur KonfliktbewältigungBlawgs als zitierfähige Literatur vom [...]


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