Der Kommunikationsverband hat heute in einem offenen Brief an den UEFA -Vizepräsidenten Dr. Gerhard Mayer-Vorfelder deutlich gemacht, dass er als übergreifender Berufsverband der Kommunikationsindustrie in Deutschland die berechtigten Einwände des Forums Marketing-Eventagenturen gegen die Ausschreibung zum Pitch um die Zeremonien um den UEFA EURO 2008 vorbehaltlos unterstütze und gleichzeitig seine Hilfe als Mediator angeboten.
Ob dies ein gelungener Einstieg für die Mediation oder eine Empfehlung für einen Vermittler war? Ich habe da meine Bedenken. Was ist mit den Prinzipien der Mediation, wie Unvoreingenommenheit, Allparteilichkeit, Vertraulichkeit?
Weiter heisst es in dem Brief: „Für uns ist diese Art von Ausschreibung der UEFA ethisch und moralisch unhaltbar, besonders was die faktisch unentgeltliche Abtretung von Nutzungsrechten und die Übernahme sämtlicher Präsentationskosten durch die beteiligten Agenturen betrifft.“
Die Vorwürfe sind nachvollziehbar, nur scheint hier Parteilichkeit vorzuliegen. Der Kommunikationsverband hat die Aufgabe, Mißstände anzuprangern und auf unzureichende Ausschreibungen hinzuweisen. Gerade die Frage der Nutzungsrechte von Werbekonzeptionen ist rechtlich noch immer hoch umstritten (vgl. nur Schricker, GRUR 1996, 815; Hertin GRUR 1997, 799, Schricker GRUR Int. 2004, 923 und Wüterich/Breucker GRUR 2004, 390). Daher sind die Bemühungen des Kommunikationsverbandes notwendig und wichtig. Nur können m.E. nicht gleichzeitig Positionen bezogen und Vermittlung angeboten werden. Hier ist die Vermittlung durch einen neutralen allparteilichen Dritten erforderlich! Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: ich halte es für durchaus richtig, dass eine Organisation wie der Interessenverband einen Service der Mediation für seine Mitglieder anbietet. Nur braucht es dafür keine Öffentlichkeit im Vorfeld. Durch den offenen Brief jedenfalls kann wohl keine Mediation eingeleitet werden; eher wird es auf ein moderiertes Gespräch hinauslaufen. Der Sache des Verbandes wäre damit sicherlich geholfen. Der Sache Mediation kann ein solcher Ansatz beim Scheitern nur schaden (vgl. Dresdner Brückenstreit).





